Geschichte
Der Aufstieg von Oberschöneweide zu einem industriellen Zentrum begann erst um 1890.
Bis dahin war dies eine rein ländliche Region. Die Ansiedlung von AEG Ende des 19. Jahrhunderts hatte weitreichende Folgen für das Gebiet.
Der Aufstieg von Oberschöneweide zu einem industriellen Zentrum begann erst um 1890.
Bis dahin war dies eine rein ländliche Region. Die Ansiedlung von AEG Ende des 19. Jahrhunderts hatte weitreichende Folgen für das Gebiet.
Oberschöneweide, direkt an der Spree gelegen, entwickelte sich zu einem gründerzeitlichen Industriegebiet von europäischem Rang. AEG und Rathenau ist es zu verdanken, dass dort der damals weltweit größte Standort der Elektrotechnik entstand.
1897 wurde hier das erste Drehstrom-Kraftwerk Deutschlands (Kraftwerk Oberspree) durch AEG gebaut. Fast zeitgleich nahm das Kabelwerk Oberspree (KWO) seinen Betrieb auf. Die technischen Entwicklungen und die Nachfrage nach den neuen Produkten überschlugen sich. AEG ließ innerhalb kurzer Zeit diverse Hallen und Stockwerksfabriken errichten, die unterschiedliche Arten der Fabrikation ermöglichten.
Ab 1920 begann die Produktion von Hochspannungs- und Stromverteilungsanlagen. 1921 erwarb die AEG das Gelände Wilhelminenhofstraße 83-85, welches bis dahin von der Deutschen Niles-Werkzeugmaschinenfabrik genutzt worden war. AEG siedelte dort die Transformatorenfabrik (AEG-TRO) an. Das Werk belieferte Kraftwerke und Elektrizitätsgesellschaften in der ganzen Welt.
Nach dem Krieg wurde die Produktion unter wechselnden Eigentümern fortgesetzt. Mit dem Ende der DDR kam es zum Zusammenbruch dieses Industriezweiges und 1995 musste das Werk geschlossen werden.
Heute ist das Gelände des ehemaligen AEG Transformatorenwerkes im Besitz der Toruro GmbH & Co.KG. Mitte 2007 schlossen sich mehrere europäische Investoren zusammen und erwarben das Grundstück. Der Kauf war eine bewusste Entscheidung für diesen Standort.
Auf dem zwischen Spree und Wilhelminenhofstraße gelegenen rund 23.000 qm großen Grundstück steht ein Gebäudeensemble, das zwischen 1898 und 1941 gebaut wurde. Hier haben so berühmte Architekten wie Paul Tropp, Ernst Ziesel, Walter Klingenberg und Werner Issel gebaut. Gebäude wie die Großtransformatorenhalle (Gebäude 7) und das Kraftwerk (Gebäude 70) waren in der Architektur wegweisend. Hier ist Industriearchitektur zwischen Historismus und Moderne erlebbar. Das gesamte Gelände steht heute unter Denkmalschutz.